Skywalk

Wer längere Zeit in Auckland ist, muss auf den Skytower rauf, der momentan aus nachvollziehbaren Gründen nachts auch gerne mal in weihnachtlichen Farben erstrahlt:

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Man kann nach Entrichten eines Obolus von $29 mit dem Fahrstuhl auf die geschlossene Aussichtsplattform hochfahren oder aber für etwa 100 Kracher mehr den Skywalk draußen wagen.

Dazu muss man noch unten im Tower alle, aber auch wirklich alle Taschen leeren (was wie auf dem Flughafen mit einem Metalldetektor überprüft wird), festes und sicher verschnürtes Schuhwerk vorweisen (ja, der Tourguide versucht allen Ernstes, einem die Schuhe von den Füßen zu zerren), wird in alberne, orangefarbene Overalls gesteckt, an deren oberer Öse die mit Gurt und Klebeband gesicherte Brille eingeklinkt wird und steigt in einen figurbetonenden sexy Klettergurt, der zusätzlich noch mit Kabelbindern gegen eigenständiges Öffnen gesichert wird. Oben vor der Gangway wird in die hintere Gurtöse ein Stahlseil eingeklinkt und – jetzt kommt es – mit einem 10er-Maulschlüssel manuell unlösbar fixiert. Vorne gibt es dann noch ein Kunststoffseil, das aber vermutlich eher psychologische Gründe hat: Es beruhigt offenbar sehr, sich mit den Händen irgendwo „festhalten“ zu können.

Nein, ich habe nicht gefragt, welche Endgeschwindigkeit und Aufschlagsenergie eine randlose Kunststoffbrille erreicht, ob es tatsächlich schon einmal Versicherungsfälle oder Selbstmordversuche gegeben hat, die solch einen absoluten Sicherheitsoverkill rechtfertigen, warum der Maulschlüssel nicht angebunden ist oder in welche Richtung ich mich gegebenenfalls übergeben sollte.

Die Gangway besteht aus einem etwa einen Meter breiten Metallgitter; links und rechts kann man frei in den Abgrund sehen und der Tourguide motiviert sein „Team“ zu lustigen Spielchen: Freihändig rückwärts gehen und dabei nach oben sehen, mit gestreckten Beinen im Gurt über das äußere Ende des Stegs hängen, …:

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Ich weiß, das klingt jetzt ziemlich oberschlau und selbstherrlich, aber die Tatsache, dass ich mir einfach ganz sicher bin, dass die technischen Komponenten des Sicherheitssystems hinreichend überdimensioniert sind, lassen meinen Adrenalinpegel nach den ersten paar kribbelnden Momenten nicht mehr ganz so hoch steigen wie ich es eigentlich erwartet hatte. Ich wäre durchaus gerne im Gurt auch ein wenig ohne Bodenkontakt hin- und hergeschaukelt oder vielleicht ein leichtes(!) Erdbeben …?

Falls sich jemand das Video (das man natürlich extra kaufen muss, da man aus Sicherheitsgründen ja selbst „leider“ keine Kamera dabei haben darf) antun möchte:

Skywalk

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